Der Ortsverband Köpenick setzte auch im Jahr 2026 seine Tradition fort, einen Fieldday abzuhalten. Tradition entsteht durch Wiederholung, und so richteten wir alles ein dem KiEZ Frauensee wie gewohnt einen Besuch abzustatten.
In Vorfreude des gebuchten guten Wetters trafen am Freitag die ersten 5 Übernachter ein. Bei gut 24° C und leicht schwüler Luft nahmen wir den Zickzackkurs auf dem Gelände des Erholungszentrums in Angriff. Bedingt durch Umbauarbeiten, die nach Fertigstellung einen Verkehrsgarten präsentieren sollen, wurden die Wege durch Hinweisschilder angezeigt, getrennt nach den Camps.![]()
Camp I links vor der Einfahrt abbiegen, Camp II+ I II rechts herum. Das konnte so manchen der die spezielle Mail zur Anfahrt nicht aufmerksam las in kleine Probleme bringen. Aber gefunden haben es schließlich alle.
Selbst nach Einbruch der Dunkelheit kam wie angekündigt Heiko, DD6VHS, zielstrebig zum Ort des Geschehens.
Nach Empfang der Bungalowschlüssel ging es zuerst ans Antennen aufbauen. Verschiedenste Techniken wurden eingesetzt. Aufstellung von Masten für große Höhe mit entsprechenden Abspannungen, Einbringen von metallischen Dornen in die Erde um dort vertikale Portabelantennen aufzusetzen, schwingen von Schnüren mit am Ende weichem Gewicht, in dem Fall Massagebälle mit ihren Noppen, so dass die Schnur gut daran zu befestigen ist.
Dann hochziehen von Dipolen, Inverted-Vs oder Endfeed-Antennen. Wie immer, Erfolg stellte sich nach mehreren vergeblichen Versuchen ein. Auch Unterstützung durch die OMs waren nötig, wenn Äste und Schnur nicht voneinander lassen konnten, aber sich das Gewicht nicht herab senken wollte. Gut das stabile Glasfiebermasten als Hilfsmittel zur Hand waren um die Bälle aus der hochgelegenen Astgabel zu befreien.
Die Antennenleitungen wurden sorgfältig ausgelegt und markiert um ein Stolpern und Stürzen auszuschließen. Die Funkgeräte mit den Zusatzgeräten kamen auf die Tische und wurden betriebsbereit gemacht. Schnell in die Zimmer und die Betten bezogen, sparte Arbeit am Abend.
Leider stimmte diesmal die Wettervorhersage, starker Wind zog auf, gepaart mit waagerecht heran peitschendem Regen. Schnell die Gerätschaften abgedeckt oder Antennenleitungen abgesteckt und Tische mit dem Equipment in die Bungalows verbracht. Ein paar Blitze waren auch zu vernehmen. Zum Glück nicht lange, eine gute halbe Stunde und der Spuk war vorbei.
Jetzt wieder raussetzen und Betrieb machen.
Da die meisten Teilnehmer die Kurzwelle aktivieren wollten, blieben gegenseitige Störungen nicht aus. Steffen, DL4ALB, hatte vorgebaut und Bandfilter in seine Antennenleitung eingeschleift. Er war nicht so betroffen wie z.B. der Verfasser, DD6UBC. Gerade eine VK2 Station gut in SSB gehört, dann reichte das eine Watt HF Willys, DL7UWR, in CW aus, um alle verfügbaren Bänder dicht zu machen. Absprache war nötig. Andere OVs hatten andere Vorgehensweisen, wenige gut aufgebaute Antennen und Operator im Schichtdienst. Allerdings wollten die auch gute Plätze im Contestgeschehen belegen. Wir hatten den klassischen Betrieb, jeder probierte seine Technik in der sonst störarmen Umgebung aus und testete für sich. Nach einem ausreichendem Abendbrot mit kleinem Service für Heiko, „Essen auf Beinen“, hi, ging es wieder zu den Unterkünften. Nachteilig wenn QRL so lange Zeit beansprucht das man nur nach der offiziellen Essenszeit eintreffen kann. Aber der Teller mit gut belegten Broten gaben ihm Kraft für den Aufbau des 10m Mastes.
Der Sonnabend begann temperaturtechnisch schon recht frisch, wobei sich Heiko nicht davon abhalten ließ den Frauensee zum schwimmen zu nutzen. Ich kann nur sagen, die Duschen im Sanitärhaus funktionierten gut und hinterließen ein angenehmes Gefühl. Und ich war nicht der einzige „Warmduscher“. Egal, macht halt sauber. Nach dem Frühstück im gut besuchten Essensaal trafen langsam unsere Tagesgäste ein. Das alles bei Sonnenschein, und so wurde der Bereich um die Bungalows mit weiteren Antennen ergänzt. Kritik kam auf, man wäre für die Anfahrt nicht qrv auf 2m gewesen. Nun, man kann nicht überall qrv sein. Auf diversen Frequenzen wurde gefunkt in verschiedensten Sende- und Betriebsarten. Mal an chinesischen TRX gedreht, mal mit Handykopplung digitale Verbindungen quasi per Remote hergestellt. Zwischendurch klassisch CW-QSOs aus dem Flora-und-Fauna-Gebiet gefahren, oder bei Heiko, DD6VHS, „doppelte Erstverbindung“ mit dem neuen Kurzwellentransceiver.
Der IC-7300 hatte bei ihm Premiere am Frauensee und wurde „sendetechnisch eingebrannt“. Viel Spaß weiter auf der Kurzwelle ! Wolfgang, DL7VOE, betätigte sich wieder als Bildfunker, TRX und Laptop + Monitor waren in Aktion. Manfred, DL7UML, sowie Frank, DL7UFH, gaben sich in FT8 die Ehre und Til, DL7UTG, Hartmut, DL7VHU, saßen an ihren Geräten mit gemischtem Betrieb. Weiter konnten wir begrüßen: Helmut, DH7UFI, Matthias, DL7VRG, Florian, DL1FOB, Jürgen, DL2JHK. Insgesamt 6 Übernachter und leider nur 7 Tagesgäste. 3 potenzielle Teilnehmer mussten aus medizinischen Gründen kurzfristig absagen. Gute Besserung an dieser Stelle. Auch der Sonnabend war vom Wetter durchwachsen, der Abzieher aus Willys Auto kam mehrmals zum Einsatz auf Tischen und Bänken.
Bemerken muss man, alle, auf die am Boden liegenden Kabel und Leitungen hingewiesenen OM, haben diese dann auch zielsicher getroffen und standen unbekümmert darauf im Gespräch mit den anderen. Und das auf Waldboden und Betonuntergrund. Zum Glück waren nur Leitungen mit Vollschaum oder PE oder VPE als Dielektrikum im Einsatz. Ein Tagesgast führte auch noch das souveräne Wenden in drei Zügen auf der Antennenleitung mit dem Vierkreiser vor. Da gibt’s Arbeit für die Nano-VNAs, prüfen ob die Impedanz noch stimmt... Das Abendessen im großen Saal war wieder reichhaltig und ausreichend, trotzdem passten noch ei n paar Chips und Flips in die gesellig beisammen sitzenden OM. Funkpionier Ferdinand Braun wurde noch geehrt, durch Versuche mehrere Braunsche Röhren zu evakuieren. Begleitet von kurzen Schauern.
Durch das Gelände streifende Gäste wurden mit einer handlichen Wärmebildkamera ausgemacht und mit neuester LED-Taschenlampentechnik in verschieden Farben, Mustern oder Helligkeiten angestrahlt. Ein umher hoppelnder stattlicher Hase war recht unbeeindruckt davon. Kurzweil für das technisch interessierte Volk. Nach einer doch relativ ruhigen Nacht stellte sich heraus, auch vorbei ziehende Wanderer schafften es die Heringe für die Radials der Portabelantennen krumm zu treten.
Belohnt wurden wir allerdings am Sonntag mit klarem Himmel und Sonne. Der See lud noch einmal ein, Heiko folgte. (Die schwachen Menschen zog es zum geheizten Wasser…)
S o ging ein sehr schönes Portabelwochenende zu Ende, die Temperaturen nahmen wieder zu und der Abbau der Antennen konnte in luftiger Kleidung erfolgen. Nach Abnahme der für uns bequemen Bungalows durch die Beauftragten vom KiEZ Frauensee konnten wir entspannt den Heimweg antreten.
Fazit: alle Beteiligte hatten ihren Spaß, Wiederholungswünsche wurde formuliert, Bilder geschossen und verteilt, die für die OV-Seite herhalten können.
Weitere Impressionen vom Fieldday sind auf der Webseite aufrufbar.
(dank an Thomas, DH7TS, für das Bereitstellen auf der OV-Seite beim Funkzentrum.de )
Copyright by Uwe, DD6UBC___im September 2026
